Das Projekt

Culture Of Care – Schaffung und Stärkung eines unterstützenden Umfelds  für männliche Betroffene von sexualisierter Gewalt

Laufzeit: Februar 2017 – Januar 2019

Wir möchten mit diesem europaweiten Projekt ein unterstützendes Umfeld für männliche Kinder und Jugendliche als (potenziell) Betroffene von sexualisierter Gewalt schaffen. Dadurch sollen Kinder und Jugendliche besser geschützt werden.
In einem ersten Schritt werden die Ansprechpersonen von (potentiell) Betroffenen befragt, was sie benötigen, um Jungen/Buben besser unterstützen zu können. Auf dieser Grundlage werden wir ein Fortbildungsprogramm konzipieren, mit dem Mitarbeitende verschiedener Institutionen wie Schule, stationäre Jugendhilfe, Jugendzentren und Jugendämter sensibilisiert und geschult werden. Zudem sollen die männlichen Kinder und Jugendlichen in diesen Institutionen selbst für das Thema sensibilisiert werden. Eine Öffentlichkeitskampagne erweitert das Wissen aller Beteiligten. In allen Partner_innenländern werden über die Institutionen hinaus Kampagnen und Konferenzen organisiert. Das Projekt, das im Rahmen des Daphne Programms durch die Europäische Kommission gefördert wird, hat eine Laufzeit von zwei Jahren (2017-2019).

An dem Projekt beteiligt sind fünf Organisationen aus fünf europäischen Ländern: aus Deutschland, Österreich, Bulgarien, Spanien und Italien. Dissens – Institut für Bildung und Forschung, ein Institut für geschlechterreflektierte Pädagogik und Sozialforschung aus Berlin (Deutschland), ist die federführende Organisation. Partner_innenorganisationen sind Animus, eine Hilfsorganisation für gefährdete Kinder mit Sitz in Sofia (Bulgarien), der Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark (VMG), ein Zentrum für Männlichkeits- und Genderforschung, Bildung und psychosoziale Unterstützung für Buben/Burschen und Männer mit Sitz in Graz (Österreich) und das Instituto degli Innocenti, eine Kinderschutzorganisation mit Sitz in Florenz (Italien). AHIGE beschäftigt sich mit Männern und Geschlechtergleichstellung und ist in verschiedenen Städten in Spanien verortet.

Das Projekt verfolgt einen kindzentrierten und gendersensiblen Ansatz.

 

Das Projekt besteht aus unterschiedlichen Phasen:

Es beginnt mit einer Bedarfsanalyse, in deren Rahmen Gespräche und Online-Befragungen mit Pädagog_innen in Einrichtungen geführt werden um herauszufinden, was an Wissen bereits vorhanden ist, was Bedarfe und Wünsche der Pädagog_innen und Einrichtungen sind.
Diese und weitere interessierte Einrichtungen können dann an einem Praxis-Entwicklungsprogramm teilnehmen, das in 3 – 5 pädagogischen Einrichtungen durchgeführt wird. Im Zentrum stehen die Einrichtungskultur sowie Sensibilisierung und Handlungskompetenz von Pädagog_innen, die mit Jungen und männlichen Jugendlichen arbeiten. Das Programm umfasst Beratung, Fortbildung (z.B. Wissen über sexualisierte Gewalt, über Bedarfe von männlichen Betroffenen, über Prozesse der Offenlegung  und Hilfesuche, über Formen der Unterstützung durch Erstansprechpartner_innen und professionelle Unterstützungsstrukturen) und als Praxistransfer die gemeinsame Erarbeitung und Durchführung von Angeboten für männliche Kinder und Jugendliche.

Das Praxis-Entwicklungsprogramm wird von einer Kampagne begleitet, die das öffentliche Bewusstsein für sexualisierte Gewalt gegen Jungen und männliche Jugendliche erweitern soll und potenzielle Betroffene und Betroffene Wissen darüber vermittelt, was sexualisierte Gewalt bedeutet und Informationen zur Verfügung stellt wo sie Unterstützung finden können.

 

Die Ergebnisse des Projekts werden in einem Handbuch veröffentlicht.

Gefördert durch die Europäische Kommission, DG Justice and Consumers Rights, Equality and Citizenship Programme (Daphne strand)

Advertisements